Presse
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Passauer Neue Presse, 05.08.2008
Konzertchor singt im Stephansdom
Fränkischer Tag, 28.03.2003
Kirchenkonzert in Ebern sucht bewusst Kontrast
Unkonventionelles Programm in St. Laurentius
EBERN. Das Chor- und Orgelkonzert am Sonntag in der Pfarrkirche St. Laurentius bietet einige Besonderheiten.
Die Konzertbesucher werden verdutzt das Programm lesen und zunächst so ehrwürdige Namen wir Bach und Liszt finden - und dann den Namen des englischen zeitgenössischen Komponisten John Rutter, eines Vertreters neuer geistlicher Musik.
Der in Cambridge lebende Komponist widmet sich vorwiegend der modernen Kirchenmusik, die Rhythmen und Harmonie mit gutem Chor-und Instrumentalsatz verbindet. Die ursprünglich englischsprachigen, vom Musical beeinflussten Kompositionen gibt es inzwischen auch in deutscher Fassung. Die Werke werden gesungen vom Laurentius-Chor aus Ebern, der zum ersten Mal gemeinsam mit dem Chor St. Kilian aus Haßfurt auftritt. Begleitet werden die rund 50 Sänger mit Piano und Keyboard.
Für Kontrast sorgt dann Thomas Fürstberger an der Vleugels-Orgel. Das niederbayrische „Urgewächs" aus Griesbach im Rottal absolvierte die Berufsfachschule für Musik in Altötting.
Anschließend studierte er an der Ludwig-Maximilians-Uni-versität und an der Hochschule für Musik und Theater in München. In den vergangenen Jahren war er in Haßfurt an der Realschule tätig und sang gleichzeitig im Laurentius-Chor in Ebern. Im September 2002 zog es ihn wieder in seine niederbayerische Heimat zurück.
Das gewagte Programm soll einen lebendigen Beweis darstellen, dass es heute beides in der Kirchenmusik geben muss: Auf der einen Seite die historischen Schätze bekannter traditioneller Komponisten, auf der anderen Seite moderne, neue geistliche Lieder.
Für alle Interessierten sicherlich ein besonderes Konzert, das um 17 Uhr in der Stadtpfarrkirche beginnt. fe
Passauer Neue Presse vom 24.05.2005
Abendmusik: Das Innenleben hörbar gemacht
Konzert zum Dreifaltigkeitssonntag in der Pfarrkirche St. Martin
Deggendorf (hgä). Festliche Abendmusik zum Dreifaltigkeitssonntag war in der Pfarrkirche St. Martin zu hören. Einleitend die dreisätzige Orgelsonate Nr. 6 h-Moll von F. A. Guilmant - mit allen Merkmalen der Liszt-Nachfolge: inspiriert von pianistischer Technik, in lockerer Setzweise mit wieder erkennbaren Motiven. Der junge Organist Thomas Fürstberger bevorzugt ansprechende Zeitmaße, glasklare Registrierung und unaufdringliche Pedalbehandlung. Die „Meditation" atmete Seelenfrieden und umfing die Zuhörer wie ein duftender Flor, bei der finalen Fuge offenbarte die Martinsorgel wieder einmal ihren erstaunlichen Klangvorrat.
Es folgte Mozarts Duett „Sub tuum praesidium" mit Sabine Zimmermann (Sopran) und Gottfried Asbeck (Tenor). Beide Stimmen verstehen singend zu beten, die stimmliche Ausdruckskraft wird überlegt mobilisiert, Innenleben hörbar gemacht. Dann Cesar Francks „Panis angelicus" und Charles Gounods „Ave Maria", ausdrucksvoll und mit großem Nuancenreichtum vorgetragen von Sabine Zimmermann. Bei Bachs Präludium und Fuge h- Moll Nr. 544 sucht Thomas Fürstberger nicht das Abgründige, das Dunkle, sondern die offen gelegte harmonische Statik des gewaltigen Werks. Hinreißend auch der Schluss der Fuge. Da war dann das Choralvorspiel „O Mensch bewein' dein Sünde" ein willkommener Ruhepunkt. Baritonales Fundament und tenorale Höhe verbindet mühelos Gottfried Asbeck, überzeugend demonstriert bei Georges Bizets „Agnus Dei". Zum Ausklang Olivier Messiaens „Dieu parmi nous" („Gott unter uns") aus „Geburt des Herrn". Trotz aller kühnen Erneuerung des Orgelspiels durch Messiaen: Die Orgel verlässt nie die sakrale Aura, sie bleibt immer meditierende Dienerin der Verkündigung.
All dies berücksichtigt Thomas Fürstberger in seiner Auslegung: dem toccataähnlichen Mittelteil des Finalsatzes gibt er luzide Virtuosität, und ernste Würde des Ausdrucks. Die Zuhörer feierten begeistert die drei Solisten.
Helmut Gärtner